Die Kirche in Warnitz aus dem Jahr 1738 liegt am Radfernweg Berlin-Usedom, der durch Warnitz am Oberuckersee führt.

   
Fahrradkirche Warnitz Kirche Warnitz Oberuckersee
   

Liebe Besucherin / lieber Besucher unserer Kirche, wie Sie wahrscheinlich auf den ersten Blick sehen können, wurde die Sanierung dieser Kirche erst kürzlich abgeschlossen, genau genommen im November 2010.

Von außen sehen Sie, dass es sich um eine Kirche mit einer langen Geschichte handelt: Sie wurde 1738 an Stelle eines im Dreißgjährigen Krieg weitgehend zerstörten Vorgängerbaues errichtet. Bei der Wiedererrichtung des Kirchturmes wurden jedoch Teile des Unterbaues aus dem 13. Jh. einbezogen.

Das Kirchenschiff wurde ebenfalls unter Verwendung alter, nicht behauener Feldsteine und Ziegel wieder errichtet.
Während das Kirchenschiff nach dem Vorbild erhalten gebliebener Putzreste wieder vollständig verputzt wurde,
wurde am Turm auf eine Verputzung verzichtet, damit man ihn als den ältesten Teil der Kirche erkennen kann.
Rund 4 Meter hoch reckt sich der Stiel der Turmspitze mit Stern, Wetterfahne und Kugel empor. Sie entstand im Zusammenhang
der Turmsanierung 2003 nach dem Vorbild der alten Wetterfahne von 1934.

Den beiden Jahreszahlen 1843 (Wiedereinweihung der Kirche nach einem Brand) und 1934 (notdürftige Reparatur des
Kirchturmes) wurde noch die Jahreszahl 2003 (Grundsanierung des Turmes) hinzugefügt. Eine Lilie ziert den äußeren Rand der
Wetterfahne. Neu ist der Fisch als Doppelsymbol für das alte Fischerdorf und als Zeichen der Christen bis heute.

Die Kugel wurde während eines feierlichen Gottesdienstes zur Bekrönung des Kirchturmes mit einem Satz Euro, mit der Heimatzeitung vom Tage, einem Bericht des Bauingenieurs über den Verlauf der Bauarbeiten, sowie dem Bericht des damaligen Pfarrers Johannes Reimer über das Zeitgeschehen, die Situation der Kirchengemeinde und den Namen der Gemeindekirchenräte gefüllt und zusammen
mit der Wetterfahne und dem Stern bei Sturm und Regen und unter Freudenrufen der Zuschauer von Bauleuten über ein Baugerüst
auf den Turm gehievt und dort befestigt.

Das Innere der Kirche soll nach einem Brand (1814) nach Plänen des Baumeisters Schinkel neu gestaltet worden sein. Ein gravierender
Eingriff in die Innenraumgestaltung von damals wurde in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts vorgenommen. Das marode Gestühl und die Kanzel wurden entfernt und ein separater Gemeinderaum als „Winterkirche“ und Gemeinderaum abgeteilt.
So wurde immerhin eine flexible Raumnutzung und somit ein kontinuierliches Gemeindeleben vor Ort möglich. Im vergangenen
Jahr wurde bei der Gestaltung des Innenraumes eine Annäherung an den früheren Raumeindruck erreicht, indem auf der Ostseite der
obere Teil der Trennwand entfernt und damit der Blick auf die dritte Fensterachse freigegeben wurde.

Im Turm befindet sich eine Glocke, die 1628 von Ludwig Buchholz gegossen wurde. Die Orgel wurde 1879 von dem Berliner
Orgelbaumeister Albrecht Lange gebaut.

Der schlichte und freundliche Innenraum zeugt von einer modernen Gemeinde, die sich dem Leben des Dorfes und der Region
gegenüber geöffnet hat, die ein lebendiges Miteinander mit den umliegenden Kirchengemeinden pflegt, die Christen und Nichtchristen
einlädt zum Gottesdienst, zu Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, Kinoabenden und vielem anderen mehr, und die sich freut, wenn Radfahrer und andere Besucher einfach ein wenig in ihrer Kirche verweilen.

Unser Dank gilt allen Menschen, die sich durch die Generationen hindurch für den Erhalt dieses Gotteshauses als Ort der Besinnung,
der Begegnung, der Bildung und der Erinnerung eingesetzt haben. Die Sanierung des Kirchenschiffes 2010 wurde im Rahmen
des Förderprogramms ILE/Leader+ mit Mitteln der EU und des Landes Brandenburg gefördert.

Warnitz im Mai 2011

   
Fahrradkirche Warnitz Kirche Warnitz
17291 Warnitz, Am Ring, Eingang zur Kirche Fahrradkirche in Warnitz (Uckermark)
   
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